Käuferschutz im Netz: Wie sich Kreditkarten beim Online-Einkauf unterscheiden
Deutschland galt lange Zeit als das Land des Bargelds. Ganz korrekt ist das heute nicht mehr, denn erstmals wurden mehr als die Hälfte aller Einkäufe bargeldlos bezahlt. Bargeldlos zu zahlen hat viele Vorteile und ist beim Online-Einkauf sowieso notwendig. Das gilt gerade auch für den Software-Einkauf: Wer Lizenzen, Abonnements oder Premium-Apps kauft, zahlt fast immer bargeldlos – und profitiert von den Schutzfunktionen einer Kreditkarte.

Kreditkarten bieten beim Online-Einkauf zusätzlichen Schutz
Jedes Zahlungsmittel kann missbraucht und von Betrügern genutzt werden. Wie wichtig Sicherheit ist und warum sie ernstgenommen werden sollte, zeigen die Zahlen der EZB und EBA. Der Zahlungsbetrug in Europa ist nach einem Bericht beider im Jahr 2024 auf rund 4,2 Milliarden Euro gestiegen, was einem Plus von 17 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Selbst wenn es zu einem Betrugsversuch kommt, gibt es aber noch einen zusätzlichen Rettungsschirm. Über das Chargeback-Verfahren lassen sich Rückbuchungen vornehmen. Sofern ein Shop nicht liefert oder es sich um einen Fake-Shop handelt, können dort getätigte Umsätze also zurückgebucht werden. Das ist bei einer Zahlung per Vorkasse oder mit einer regulären Banküberweisung kaum möglich.
Zwei weitere Maßnahmen schützen Verbraucher ebenfalls. Die Haftungsbeschränkung ist gesetzlich verankert und schützt, wenn die Karte gehackt oder anderweitig missbraucht wird. Betroffene müssen dann lediglich mit einem Betrag von maximal 50 Euro haften. Außerdem haben moderne Kreditkarten natürlich auch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung. Dadurch bringt es Kriminellen meist gar nichts, wenn sie die Kreditkartendaten haben. Sie haben normalerweise keine Möglichkeit, mit der sie erfolgreich durch die Zwei-Faktor-Authentifizierung kommen würden.
Kreditkarten schützen zwar, aber nicht jede Kreditkarte schützt in identischem Umfang
Da heutzutage mehr und mehr Zahlungen bargeldlos abgewickelt werden, in der Summe 55 % aller Zahlungen in Deutschland, werden leistungsstarke Karten und Bezahlverfahren umso wichtiger. Nicht nur im Internet, sondern auch bei kleineren oder größeren Einkäufen vor Ort. Blind sollte niemand eine neue Kreditkarte beantragen. Vor der Wahl lohnt es sich, Kreditkarten zu vergleichen, auch im Hinblick auf Sicherheit und Gebühren.
Bei den technischen Rahmenbedingungen, wie dem 3D-Secure-Verfahren beziehungsweise der Zwei-Faktor-Authentifizierung, sind zwar keine großen Unterschiede zu erwarten, sehr wohl aber bei den Zusatzleistungen und Gebühren. Wichtige Punkte, auf die zu achten ist, sind unter anderem:
- Fällt eine Jahresgebühr an?
- Entstehen Kosten bei Abbuchungen in Fremdwährungen?
- Gibt es einen bestimmten Mindestumsatz, auch im Hinblick auf die Jahresgebühr?
- Wird womöglich ein Cashback auf bestimmte oder alle Umsätze gewährt?
Mögliche Gebühren bei Fremdwährungen sind vor allem für Vielreisende ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal, während die Jahresgebühr pauschal alle Nutzer der Kreditkarte betrifft. Aus offensichtlichem Grund sollte die Jahresgebühr entweder möglichst niedrig sein oder idealerweise gar nicht erhoben werden. Sofern diese an einen bestimmten Mindestumsatz gekoppelt ist, sollte vorab durchkalkuliert werden, ob diese Umsatzgrenze zuverlässig erreicht werden kann. Cashback ist natürlich immer willkommen, in Deutschland im Vergleich zu Ländern wie den USA aber nach wie vor eher eine Ausnahme.
Neben den Gebühren sind noch Zusatzleistungen zu berücksichtigen. Premium-Karten könnten zum Beispiel eine Einkaufsversicherung enthalten, die den mit der Karte gekauften Artikel für einen gewissen Zeitraum absichert. Auch inkludierte Garantieverlängerungen oder beispielsweise enthaltene Reiserücktrittsversicherungen können weitere Argumente für die Wahl einer bestimmten Kreditkarte sein.